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Cameron Highlands

Tea Plantation

Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, stand heute eine Tour durch die Cameron Highlands an. Wie vereinbart stand ich pünktlich um 06:00Uhr vor dem Hotel. Warm angezogen, da es, im Gegensatz zu den tieferen Regionen, doch sehr kühl werden kann, wartete ich auf meinen Pickup. Es waren noch zwei Deutsche dabei, welche auch eine Tour gebucht hatten. Nach einigen Minuten warten, erschien auch ein Pickup, welcher aber nur die beiden Deutschen mitnehmen wollte, da ich über einen anderen Anbieter gebucht hatte. So wartete ich gezwungenermassen weiter. Erst nach einem Telefonat mit einem säuerlichen Driver erschien ein weiterer Pickup. Er habe weiter unten bei einem anderen Hotel auf mich gewartet. Die verlorene Zeit galt es nun aufzuholen, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Der Driver besass wahrlich einen Bleifuss und er benutzte beide Spuren um Zeit gut zu machen. Alle Insassen wurden ganz schön durchgeschüttelt und ich bin mir sicher, dass einige ein Stossgebet gegen Himmel gesandt haben. Da ich als letzter hinzu steigen durfte, war nur noch Platz ganz hinten auf einer Bank, welche längs des Pickups verlief. Da die Strassen nicht ganz Schweizer Verhältnissen entsprachen, machte mein Kopf einige Male Bekanntschaft mit der Decke. Zum Glück war die Decke gepolstert und wir erreichten den Aussichtspunkt noch vor dem Sonnenaufgang, ohne dass ich mir eine Gehirnerschütterung zuzog. 

Erst mit dem Aufgehen der Sonne offenbarte sich uns ein traumhaftes Panorama. Grün so weit das Auge reicht. Die weichen Hügel mit den wolkenförmigen Tea Trees sind wirklich einmalig. Die Cameron Highlands, welche nach William Cameron, einem Landvermesser der britischen Kolonialregierung, benannt wurden, eignen sich perfekt für den Anbau von Tee. Das Gebiet wurde 1885 von Cameron entdeckt und schnell zu einem beliebten Ausflugsziel der in Malaysia stationierten Engländer. Das Klima ist sehr mild und bietet, sowohl heute wie auch damals, eine wohltuende Auszeit der tropischen Hitze im Flachland. Die Highlands sind geprägt von den Bauten aus dieser Zeit, da sich hier viele Beamte im Ruhestand eine Niederlassung erbauten.

Der grösste Tee-Hersteller in Malaysia, BOH, befindet sich immer noch unter der Leitung der Gründerfamilie Russell. Der Urgrossvater von Caroline Russell, die heutige CEO von BOH, begann 1929 mit dem Anbau von Tee in den Highlands. In der dritten Generation wird das Unternehmen erfolgreich geleitet. Der Teeproduzent unterhält in der Nähe eine Teefabrik, welche das nächste Ziel unserer Tour war. Im Alleingang konnte die Herstellung des Tees durch grosse Scheiben beobachtet werden.

 

Mossy Forest

Nach der Besichtigung ging es weiter in den Mossy Forest. Mossy, welcher das englische Wort 'Moss' (zu deutsch: Moos) beinhaltet, macht seinem Namen alle Ehre. Die Bäume sind durch das Klima und die Feuchtigkeit mit Moos bewachsen. Ein Holzsteg führte einige hundert Meter in den Wald hinein. Ein Weitergehen sei nur mit einer Bewilligung möglich, da sich schon zu viele Menschen in dem Wald verlaufen hätten. Der Wald hätte gut als Drehort für einen Herr der Ringe Filme herhalten können. 

Da wir mit der ersten Tour am Tag unterwegs waren und die anderen Touristen anscheinend lieber eine spätere Tour ohne Sonnenaufgang buchen, war der Weg durch den Wald einigermassen verlassen. Dies war der schönen Stimmung im Wald sehr zuträglich.


Nach dem Mossy Forest standen noch die Besuche einer Butterfly Farm und einer Strawberry Farm an. Diese waren weder besonders schön noch besonders erwähnenswert.

Am Nachmittag zogen dunkle Wolken auf, die sich bis jetzt auf die Cameron Highlands entleeren. Dem Tee wird's wohl gut tun.

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Kommentare: 1
  • #1

    Bruno Baviera (Freitag, 17 August 2018 10:20)

    Was die Handys heute so alles können: Super Fotos.