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Bangkok

Früh ging es an den Flughafen, da ich wieder eine ausgedruckte Boardingkarte brauchte und ich keinen Stress wollte. Für einige wenige Franken konnte ich einen Emergency Exit Platz buchen, welcher ein grosses Mass an Beinfreiheit verspricht. Zudem sind meistens die anderen Plätze in der Reihe frei, da den meisten das Geld zu schade ist. Ich auf jeden Fall schätze die gewonnene, oder besser gesagt die gekaufte, Beinfreiheit.

Nach dem einchecken im Hotel machte ich mich auf in Richtung Stadt. Schon bald wurde ich von einem thailändischen Herr angesprochen und gefragt woher ich komme und was ich so mache. Zögerlich gab ich Antwort und erzählte, dass ich zum Königspalast wolle. Er meinte daraufhin, dass dieser schon bald seine Tore schliessen würde. Einen kurzen Check im Internet später, hatte ich die Information bestätigt bekommen. Der Thai schlug mir vor, dass ich einen Tempel in der Nähe besuchen solle und zeichnete mir auf einer Karte auf, was ich als nächstes tun könnte. Ich dachte mir; das ist also wirklich sehr freundlich von dem Herren. Plötzlich hatte er ein Tuk Tuk organisiert und ich brauste schon los, bevor ich überhaupt wusste wie mir geschah. Die Karte hatte der Herr dem Fahrer gegeben. Der Fahrer war sehr freundlich und setzte mich vor dem Tempel ab und versprach mir zu warten. Ich war erstaunlicherweise fast alleine in dem Tempel. Nur ein Mann im mittleren Alter stand vor dem Buddha und betete. Er zeigte mir sofort wie man es machen musste und verwickelte mich in ein Gespräch. Er erzählte, dass er aus Chiang Mai sei und einmal im Jahr zu diesem Tempel kommen würde. Zudem habe ich Glück und ich solle bei einem gewissen Schneider vorbeischauen, da dieser normalerweise nur für Beamten des Königreichs sei. Ich dachte mir, es sei sicher spannend dort mal vorbei zuschauen. Schon sass ich wieder im Tuk Tuk und wurde zu der 'Government Factory' gefahren. Dort wollte man mir sofort einen Anzug und Hemden verkaufen. Da ich sowieso etwas kaufen wollte, liess ich mich darauf ein. Dass dieser Schneider etwas spezielles sein sollte, fiel mir nicht auf und ich machte mir eigentlich auch keine Gedanken darüber. Als der Tuk Tuk Fahrer mich dann vor einer Travel Agency ablud, wunderte ich mich doch schon sehr. Da ich keine Tour oder Sonstiges buchen wollte, kaufte ich dort nichts. Mir war das Ganze doch etwas sehr suspekt und ich googelte nach dieser 'Government Factory'. Sofort zeigte es mir verschiedene Warnungen an, dass dies eine betrügerische Masche sei. Man werde immer von jemanden angesprochen, welcher einem vom ursprünglichen Plan abbringt und dann hilft er einem aus der Patsche. Da man doch eher gutgläubig oder vielleicht auch naiv ist und nicht unhöflich sein will, nimmt man die Hilfe an. Dass dann noch eine zweite Person an einem ganz anderen Ort bei dem Betrug mitmacht, würde einem nicht in den Sinn kommen. Die Hemden werden mich wohl einige Franken mehr gekostet haben, als ich sonst für sie ausgegeben hätte. Zum Glück liess ich mich nicht noch zu dem Kauf einer Tour überreden. 

Heute ging ich dann wirklich zu dem Königspalast und wurde prompt wieder zweimal angesprochen. Wenn man die Masche schon kennt, erkennt man die Zeichen sofort. Trotzdem kann man sich nie sicher sein und will nicht unhöflich sein, da sie einem ja wirklich könnten helfen wollen.

Schade ist wirklich, dass man sich über die Freundlichkeit freut und dann enttäuscht wird. Mir ist jedenfalls kein grosser Schaden entstanden, da das Gekaufte perfekt passte.

 

Am Abend besuchte ich noch die Skybar, welche von dem Film Hangover 2 bekannt ist. Völlig überteuerte Preise für die Getränke, welche nicht mal lecker sind. Die Aussicht lohnt sich aber nur, wenn nur ein Getränk konsumiert wird, alles andere wäre zu teuer.

 

Mit dem Bus ging es heute Morgen in Richtung Palast. Die Linien-Busfahrten in Bangkok sind schon cool; irgendwann erscheint ein Bus, man springt halb fahrend rein und setzt sich. Dann kommt eine Frau/Mann mit einem Rohr-Portemonnaie und gibt einem für 6.50 Baht ein Ticket. 6.50 Baht entsprechen ca. 0.20 Franken und ist solange gültig, bis man aussteigt. Also sehr günstig.

 

Jeder der schon im Königspalast war, und vorher nicht davon abgehalten wurde, weiss wie eindrücklich er ist. Sehr goldig und nicht mit einem hinduistischen Tempel zu vergleichen. Aber war nach den gefühlt 1000 hinduistischen Tempeln eine willkommene Abwechslung. Der Tempel wurde von unzähligen chinesischen Gruppen besucht. Keine Ahnung auf wie vielen Fotos und Selfies ich im Hintergrund zu sehen bin. Da ich den Tempel bei meinem letzten Besuch in Bangkok schon gesehen hatte, blieb ich auch nicht allzu lange und lief durch die Strassen von Bangkok. Durch verwinkelte Strassen in Bangkok zu laufen ist olfaktorisch ein Erlebnis. An jeder Ecke neue Gerüche, mal lecker mal zweifelhaft. Zudem konnte ich endlich mal die mutigen Männer beobachten, welche sich an die Stromleitungen in Bangkok getrauen. Die Leitungen sehen eher aus wie wenn man iPhone Kopfhörer einen Tag lang in der Hosentasche hatte; ein unentwirrbares Knäuel.

Auf einem Bild unten ist eine schöne alte Vespa zu sehen. Wer sich erinnern mag, schon in Bali gab es davon unzählige. Anscheinen sind sie auch in Bangkok sehr beliebt und werden, dem Gepäckträger nach, gerne für Transportfahrten genutzt. Ich überlege mir, ob ich Bianca (meine Vespa) auch so umbauen sollte..