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Chiang Mai TAG 2

In dem Hostel in dem ich nächtigte, wurde ich auf das obere Bett der zwei Betten verwiesen. Man stelle sich vor, wie das Kajütenbett wackelt und knarzt, wenn fast 100kg die schmale Leiter erklimmen. Den zwei im Zimmer verbliebenen Asiaten schien der Lärm jedoch nichts auszumachen. Nach dem kleinen inklusiven Frühstück im Hostel musste ich mich um einen Plan für die nächsten Tage kümmern. Und zum Glück konnte mich doch noch entscheiden. Die Motorradtour durch den Norden von Thailand wird stattfinden. So ging ich am Morgen zu einem Motorradverleih, welcher ich von einem Bekannten vermittelt bekam. Das gewünschte Motorrad hatten sie leider nicht in ihrem Laden und so schwang ich mich kurzerhand bei der Mitarbeiterin auf den Scooter und wir fuhren in die zweite von drei Niederlassungen des Geschäfts. Dort konnte ich zwei Motorräder probefahren und entschied mich für die Honda Rebel 500ccm (siehe Bild unten). Morgen gegen 09:00Uhr wird das Motorrad zu meinem Hostel gebracht und die fünftägige Tour beginnt. Jetzt hoffe ich auf gutes Wetter.

Nach der Reservation des Motorrads ging es mit einem Songthaew in Richtung Fluss, um eine Bootstour zu buchen. Man mag sich jetzt fragen was ein Songthaew ist. Meiner Meinung nach etwas sehr praktisches und witziges. Von den Westlern werden die Songthaews auch Red Cars genannt - aufgrund ihrer Farbe. Die Wagen fahren in der ganzen Stadt herum und halten auf Verlangen von Passanten an. Dann wird dem Fahrer gesagt wohin man gehen will. Der Fahrer nickt oder schüttelt den Kopf. Hat der Fahrer genickt, steigt man hinten auf die Ladefläche wo zwei längs Balken montiert sind. Ein Anfängerfehler ist es, mit dem Fahrer über den Preis zu verhandeln. Einfach einsteigen und am Ziel 20 Baht bezahlen. Will man verhandeln, verlangt der Fahrer gerne mal 200 Baht. Solange die Fahrt in der Old City ist, gehen 20 Baht auch vollkommen in Ordnung. Der Fahrer bestimmt die Route anhand der Gäste, die er aufliest. Es ist sicher nicht in jedem Fall der schnellste Weg, aber auf die Dauer der günstigste, ausser man läuft alles. Aber auch dann müssen mal neue Schuhe gekauft werden.

Bei dem Anbieter der Bootstour angelangt, musste ich noch gut 40 Minuten warten, bis die nächste Tour startete. So kaufte ich mir ein einem Essensstand etwas zu knabbern. Was ich genau erhielt, weiss ich nicht. Es könnte Fleisch gewesen sein - oder Fisch. Die Sauce, welche der nicht-englischsprechende-Thai darüber goss, machte die Identifikation sowieso noch schwieriger.

Beim Essen sah ich einen Stand, bei dem Tiere gekauft werden konnten. Fische, Vögel, Kröten etc. Alles war vertreten. Erst ein wenig später realisierte ich, dass die Tiere gekauft werden, um sie sogleich wieder am Fluss freizulassen. Das sei anscheinend nach dem buddhistischem Glauben eine gute Sache.

Nach dem Snack bestieg ich das Boot, welches in gemütlichem Tempo den Fluss hinauf tuckerte. Mit mir waren noch drei weitere Reisende an Bord. Ein spanischer Pensionär aus Barcelona, welcher kein Wort Englisch sprach, sich aber (nicht-)redlich bemühte, eine junge Amerikanerin aus Californien und ein ca. 45-jähriger Chinese aus Beijing (Peking), welcher sein ganzes Leben in der Öl-Industrie gearbeitet hat, ihm aber jetzt gekündigt wurde. Wir vier kamen in den Genuss eines thailändischen Farmhouse. Was daran so speziell sein soll, habe ich nicht herausgefunden. Die servierten Früchte waren aber lecker. Und so ging es wieder den Fluss abwärts. Heute Abend ist der Besuch des Saturday Night Markets geplant. Wahrscheinlich darf ich mich wieder auf die Ladefläche eines Red Cars werfen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Bruno Baviera (Samstag, 01 September 2018 14:01)

    Danke fürs Mitnehmen auf deine Reise. Es ist ja ein beinahne Dabeisein. Es scheint sich in fünfzig Jahren an den Flussufern nicht viel verändert zu haben. Etwas zum Blog.: Wo bleiben da die Kommentare der Andern? Mach ich denn etwas falsch? Oder kommuniziert die IT Generation noch über andere Kanäle?