· 

Mae Hong Son Loop: Part 1

Überpünktlich stand heute Morgen mein Gefährt für die kommenden fünf Tage vor dem Hostel. Voller Vorfreude inspizierte ich das Motorrad und musste leider feststellen, dass die Handy-Halterung nicht, wie besprochen, angebracht wurde. Ich musste doch einige Zeit diskutieren, bis sich die Herren bereit erklärten, wieder in das Geschäft zu fahren, die Halterung zu montieren und dann wieder zurück zu kommen. Einige Minuten später waren sie jedoch schon wieder zurück und ich konnte los. Im Hostel konnte ich einige Dinge zurücklassen, damit ich nicht allzu viel dabei habe.

Ich habe mich für den Mae Hong Son Loop entschieden, da mir dieser empfohlen wurde, er den einen oder anderen Berg hinaufführt und landschaftlich sehr schön sei. Mein erster Halt war im Doi Inthanon, dem höchsten Berg Thailands, welcher im gleichnamigen Nationalpark zu finden ist. Mit dem Motorrad ging es die ganzen 2565 Meter hoch. Kurz unterhalb des Gipfels sind zwei Chedis zu finden, welche die thailändische Armee dem verstorbenen König und seiner Königin zu deren jeweiligen 60. Geburtstag erbaut hatten. Leider hatte ich sehr wenig Glück mit dem Wetter; der ganze Berg war die ganze Zeit in Nebelschwaden gehüllt. Zudem war es auf dem Berg nur noch 15 Grad. Für den Nationalpark musste ich eine Eintrittskarte kaufen und um zu den Chedis zu kommen, musste nochmals eine Karte erworben werden. Diese wurde von einem Angehörigen der thailändischen Armee verkauft. Auch um die gesamte Anlage waren erstaunlich viele Militaristen anzutreffen. Einer hatte sehr Freude an meinem Motorrad und winkte mir überschwänglich zu und reckte den Daumen in die Höhe. Herzig.

Die beiden Chedis lohnen sich wahrscheinlich bei schönem Wetter um einiges mehr, als bei Nebel. Die Aussicht soll überwältigend sein. Wie aber auf den Bildern zu sehen ist, konnte man nicht wirklich weit blicken. Somit verblieb ich auch nicht allzu lange bei den beiden Tempeln, sondern machte mich auf den Weg nach ganz oben. Nach einem 5 Minuten Spaziergang erreichte man vom Parkplatz aus eine Gedenkstätte. Diese ist sehr schön im Wald gelegen. Aber auch diese Sehenswürdigkeit war nach einigen Minuten abgehakt und ich konnte vom Berg runter, wo es doch einiges wärmer war.

Dort stiess ich per Zufall auf zwei Wasserfälle, die über eine Zufahrt zu erreichen sind, welche eigentlich nur mit einem Geländewagen oder Motocross befahren werden kann. Meine Leihmaschine meisterte die Strecke aber (mit viel durchdrehenden Rädern) ganz ordentlich. Beim zweiten Wasserfall musste ich noch ein ganzes Stück durch den Wald laufen. Jetzt merkte ich die Hitze und Feuchtigkeit schon bedeutend mehr. Am Wasserfall angelangt, durfte ich noch erleben, wie zwei Erwachsene ein Fotoshooting von sich selbst machten, so wie Gott sie schuf. Zum Glück machten sie die Aufnahmen weiter unten am Fluss und ich konnte auch einige Bilder machen, ohne den Jugendschutz zu gefährden. Auf dem Rückweg kam ich doch ordentlich ins Schwitzen und war froh, dass ich wieder Fahrtwind spüren durfte.

Diese Nacht verbringe ich in einem Guesthouse. Das Areal ist sehr schön in einem kleinen Ort namens Mae Chaem gelegen. Mein Bett oder besser gesagt meine Matratze liegt in einer Hütte ohne Fenster und einer halbwegs stabilen Schiebetür. Nur ein Ventilator schafft Abhilfe gegen die schwüle heisse Luft. Wenigstens hat es ein Moskitonetz, damit ich nicht gleich ganz ausgesaugt werde. Bisher darf ich die Hütte alleine bewohnen. Mal schauen ob noch jemand einen Teil der Mückenstiche auf sich nehmen will.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Bruno Baviera (Sonntag, 02 September 2018 17:57)

    Den Text mit dem Mückenstichen und das Bild der Dusche, beide nicht zu übertreffen.
    Achtung die Geschichte von Wazlawik: Die Frau die ihrem Mann zwei Kravatten schenkt, eine grüne und eine blaue.. Zuerst probiert er die grüne Kravatte. Da fragt ihn seine Gattin: Gefällt dir die blaue Kravatte denn nicht?
    Gute Tour.

  • #2

    Bruno Baviera (Montag, 03 September 2018 12:31)

    Wenn ich den Text mit den Mückenstichen und das Bild der Toilette lobe, heisst das nicht, dass die andern Beiträge mir auch nur um ein Jota weniger gefallen. Doch ich wusste, dass du das wusstest.