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Mae Hong Son Loop: Part 2

Leises Trommeln auf dem Blechdach meiner kleinen Hütte weckte mich. Mein erster Gedanke war: zum Glück bin ich unter einem Dach und hab es gemütlich. Mein zweiter Gedanke war: ****, ich bin ja den ganzen Tag auf dem Motorrad. Vorsorglich hatte ich mir einen Regenponcho gekauft. Anfänglich war ich mir nicht sicher, ob das hellblau des Ponchos meiner Erscheinung auf diesem doch sehr männlichen Gefährt abträglich sein könnte. Ich rang mich dennoch durch und bestieg gut geschützt mein Motorrad. Die heutige Etappe verlangte Zora (so hab ich mein Motorrad kurzerhand getauft) einiges ab. Trotz gewissen sehr schönen Abschnitten, war die Strasse teilweise in desolatem Zustand. Da fuhr ich locker mit 80km/h auf der Strasse und plötzlich nur noch Schlaglöcher. Dem einen oder anderen konnte ich leider nicht mehr ausweichen. Apropos Schlaglöcher: heute habe ich die Lektion gelernt, dass man kein Auto überholen soll, wenn es auf einer Strasse mit Regenwasser gefüllten Schlaglöcher unterwegs ist. Als ich schon fast am Auto vorbei war, fuhr dieses in ein Schlagloch und ein Schwall Wasser spritzte über mich. Naja, ich war ja eh schon nass, da sich mein Regenponcho je länger je mehr in Luft auflöste. Auf jeden Fall schaffte ich die heutigen 150km bis nach Mae Hong Son irgendwie. Auch wenn das ABS komplett aussetzte, was ich des Öfteren merkte. Bei Regen sollte man doch eher Auto anstatt Motorrad fahren. Zora sah auch dementsprechend aus.

Nach dem Bezug meiner Unterkunft (heute mit Fenster und Klimaanlage) machte ich mich auf zur Bambi Bridge and Rice Fields. Wirklich beeindruckend, was aus Bambus alles hergestellt werden kann. Die Brücke führt über Reisfelder bis hin zu einem Hügel, auf dem (einige mögen es schon ahnen) ein Tempel steht. Schon von Weitem hörte man den Betgesang der Mönche über Lautsprecher. Keine Ahnung wie lange die das machen, aber einige Zeit dauerte das Gebet schon an. Solange blieb ich aber nicht und machte mich wieder zurück nach Mae Hong Son. Dort besuchte ich einen weiteren Tempel, welcher auch auf einem Hügel steht und einen fantastischen Ausblick über das Städtchen und dessen Flughafen bietet. Eigentlich hatte man eine Treppe mit 400 Stufen nehmen können - ich bemühte aber Zora. Irgendwie hörte sich Zora beim Anfahren nicht besonders gut an und ich entschloss mich, entgegen der Richtlinien des Motorradverleihs, auf eigene Faust zu einem Mechaniker zu gehen. Dieser stellte fest, dass sich durch die holperige  Fahrt die Kette gelockert hatte. Eine halbe Stunde später und 20 Baht (60 Rappen) leichter, sass ich wieder auf dem Motorrad. In der Schweiz hätte mich das um einiges mehr gekostet.

Nun hoffe ich morgen auf besseres Wetter

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