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Mandalay

Beim Besteigen des Flugzeuges sah ich eine junge Frau mit einem roten Pass. Im fast leeren Flieger sass sie dann zwei Reihen vor mir und ich sprach sie an. Sie war Schweizerin und auch auf dem Weg nach Mandalay. Nach einem längeren Gespräch stellten wir fest, dass wir beide im gleichen Hostel gebucht hatten. So konnten wir auch gleich gemeinsam ein Taxi ins Hostel nehmen. Die Einreise nach Myanmar funktionierte einwandfrei.

Als wir ins Taxi einstiegen und losfuhren irritierte mich irgendetwas. Erst nach einigen Minuten realisierte ich, dass das Steuerrad auf der linken Seite war, aber Rechtsverkehr herrschte. Weshalb das so ist, weiss ich nicht.

Im Hostel  angekommen genehmigten Angi und ich uns ein Bier auf der Rooftopbar. Schnell kamen wir mit weiteren Leuten ins Gespräch und bald spielten wir eine Runde Beerpong. Bei dem vielen Bier vergassen wir komplett zu Abend zu essen. Halb so schlimm, Bier hat ja genug Kalorien. Am gleichen Abend stellte ich fest, dass ich mein Zimmer mit einem Schweizer teilte. So lange keine Schweizer und nun gleich zwei.

 

Das Aufstehen am heutigen Morgen fiel mir doch einigermassen schwer. Und die holperige Fahrt in dem gebuchten Taxi machte es auch nicht viel besser. Im Hostel konnten Angi und ich uns beraten lassen, was wir sehen wollten und sie organisierten für uns einen Fahrer, welcher uns für ca. 22.- den ganzen Tag herum fuhr. Der erste Halt war die 1,2km lange U Bein Brücke aus Teak-Holz. Die längste ihrer Art. Wir liefen die gesamte Brücke ab und kauften uns anschliessend einen Songyi. Das ist die bevorzugte Kleidung der Myanmaresen. Der Zutritt zu vielen Sehenswürdigkeiten ist mit kurzen Hosen nicht erlaubt und das Kleidungsstück kostete nur CHF2.-. Spannend war zu sehen, dass viele Bäume und Häuserskelette aus dem Wasser schauten. Der Taungthaman-See hat von Juli bis August den höchsten Wasserspiegel.

Dann ging es schon gleich weiter zu einem Buddha, welcher von Männern (und nur von Männern) mit Blattgold beklebt wird. Ich kaufte mir ein Stapel Blattgold für fast nichts und begab mich zu dem Buddha. Ich machte ein Foto und sofort sagte man mir ein bisschen erzürnt, dass man keine Bilder machen dürfe. Aber das es einen Lifestream des Buddhas gibt, welcher auf vier Bildschirmen läuft, ist dann kein Problem..

Unser Driver brachte uns zu einem traditionellen burmesischen Restaurant. Nebst Chilli mit kleinen Fischen drin, servierten sie uns viele verschiedene Salate und Currys. Zum Abschluss gab es einen Löffel Tea Leaf Salad, welcher aus fermentierten Teeblättern, getrockneten Nüssen, Samen und kleinen Knoblauchzehen mit Schale besteht. Der Salat war eine geschmackliche Explosion im Mund. Ich kann bis jetzt nicht sagen, ob ich es mochte oder nicht. Aber es  In Myanmar werden nur 50% des konsumierten Tees getrunken, der Rest wird gegessen. Nach dem Tea Leaf Salad, bedienten wir uns aus einer Schale, wo Kugeln aus Zuckerrohr(?) drin waren.

Nach dem Mittagessen besuchten wir den Königspalast, welcher 1857 auf einer Fläche von 4 Quadratkilometer mitten in Mandalay erbaut wurde. Um den Palast besuchen zu können, musste am Eingang der Pass abgegeben werden und man erhielt einen Badge, welcher um den Hals zu tragen war. Die Palastanlage besteht aus vielen Gebäuden, wobei viele leer stehen und man nicht genau weiss wofür sie gebraucht wurden.

Nach dem Palast standen noch weitere Pagoden auf dem Plan und der Besuch einer Blattgold-Manufaktur. Echt aufwändig die Herstellung von Blattgold. Über fünf Stunden wird mit einem Hammer auf die Blattgold-Stapel geschlagen. Sogar die Herstellung von Bambuspapier, welches für die Herstellung von Blattgold gebraucht wird, ist sehr aufwändig. Zum Abschluss bekam jeder Besucher einen Blattgold-Punkt auf die Stirn gedrückt.

Bei einem Kloster bekamen wir noch das traditionelle 'Myanmar-Makeup' verpasst. Thanaka ist der richtige Name für die Paste Viele Frauen und Kinder haben die bräunliche Paste im Gesicht. Die sei gegen UV-Strahlen und hält die Haut jung. 

Zum Abschluss des Tages ging es auf den Mandalay Hill, von welchem der Sonnenuntergang gut zu sehen sei. Natürlich hatte es Wolken. Trotzdem bot sich uns ein schöner Ausblick auf die Stadt. Dort wurden wir noch von einem Mönch und einem Studenten angesprochen, welche ihr Englisch verbessern wollten und mit uns üben wollten.

Morgen geht es mit dem Bus nach Bagan. Hoffentlich eine angenehme Fahrt, da der Bus doch 5 Stunden für die 230km braucht.

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