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Hsipaw Trekking

Tag 1

Gegen 08:00Uhr trafen wir uns bei Mr. Bike im Büro. Neben Angi, Svea, Alex und mir schlossen sich noch drei weitere Personen an. Das waren einerseits Keno, ein Deutscher auf einer einjährigen Weltreise und zwei Spanierinnen; Alexandra und Paula. 

Für den Trek hatte ich mir für CHF 6.- einen kleineren Rucksack gekauft, welcher sich für so einen Trek gut eignet. 

Mit dem Taxi wurden wir 20 Minuten entfernt abgesetzt und begannen unsere Tour. Diese führte uns in ein kleines Shan Dorf. Shan ist der Name eines Teils von Myanmar, welcher gerne unabhängig wäre. So sahen wir auch bewaffnete Männer, die sich in der Nähe des Dorfes aufhielten. Ich sprach unseren Guide darauf an und dieser meinte, dass keine Gefahr für uns bestehe, aber in der Region schon ab und zu Auseinandersetzungen vorkämen. Zum Glück konnten wir Reiswein kaufen, welcher uns direkt in PET-Flaschen abgefüllt wurde und mit einer kleinen Flasche Energy Drink vermischt wurde. Das Zeugs roch schon schlimm..

Wir besuchten noch eine Schule in dem Dorf. Die Schule bestand nur eis einer Bambushütte und Kinder verschiedenen Alters werden gleichzeitig unterrichtet.

Wie versprochen begleiteten uns Hunde. Drei an der Zahl. Der Guide erzählte uns, dass sich die Hunde ihr Fressen selber jagen würden; Meerschweinchen und Eichhörnchen würden sie bevorzugen. Wusste nicht mal, dass es dort Meerschweinchen gibt.

Nebst den Hunden schlossen sich zwei Träger an, welche das Essen für die kommenden Tagen in Körben auf den Rücken trugen. Die beiden Einheimischen beeindruckten mich mit ihrer Zähigkeit und Unermüdlichkeit. Wo ein Ast den Weg versperrte, schlug einer der Träger mit der Machete den Weg frei. Sie schienen sich dabei auch noch zu amüsieren. Am Mittag bereiteten sie ein kleines Mahl und dann ging es auch schon weiter. Auch als der Trek steiler wurde und wir alle ganz schön ins Schwitzen kamen, spazierten die Träger fröhlich weiter. Nachdem ca. 1000 Höhenmeter überwunden waren, erreichten wir am Nachmittag endlich die Baumhäuser, in denen wir die Nacht verbringen würden. Wer zimperlich ist, der wäre in den Baumhäusern fehl am Platz. Die Matten und Decken, welche zur Verfügung stehen werden eher selten bis gar nie gewechselt und gewaschen. Wem das doch zu unhygienisch ist, kann immer noch selbst seinen Schlafsack mit hoch schleppen. Leider gibt es, ausser einem Feuchttüchlein, keine Möglichkeit sich zu waschen. Und nach einem langen heissen Tag hat man das Bedürfnis sich zu waschen. 

Wieder bereiteten die Träger das Essen zu, nachdem sie unsere leeren Wasserflaschen bei einer Quelle in der Nähe aufgefüllt haben. Respekt wie locker das bei ihnen aussah!

Nach dem Essen, es gab wie schon am Mittag Reis und verschiedene Beilagen, versuchten wir uns am Reiswein. Zuerst dachten wir, dass das Getränk 14% Alkohol hat. Ich dachte mir schon, dass das starke 14% sind. Dann stellte sich heraus, dass wir unseren Guide falsch verstanden haben und der Reiswein 40% Alkohol hat und somit eher Reisschnaps heissen sollte. Aber nach so einem anstrengenden Tag, hat man sich einen guten (naja erträglichen) Schluck verdient.

Tag eins war landschaftlich okay, aber langweilig zu laufen.

Tag 2

In der Nacht kam der Regen. Heftig trommelte er auf das Blechdach. Zum Glück hörte er bei Tagesanbruch auf und der Himmel klarte auf. Nach einem Frühstück (wieder Reis) packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg. Durch den Regen in der Nacht war alles nass uns rutschig. Der lehmige Boden machte das auch nicht besser. Da wir die gut 1000 Höhenmeter wieder runter mussten, liefen wir am Morgen hauptsächlich bergab. Fast alle sind mal gestürzt oder sonst durch die Gegend gerutscht. Sogar einer der Träger, die ansonsten sehr trittsicher sind, hat sich unfreiwillig hingelegt.

Der zweite Tag war echt cool zu laufen, als wir den Abstieg hinter uns hatten. Mehrmals überquerten wir einen grösseren Bach, mal auf Steinen balancierend, mal über einen Baumstamm. Das war der schönste Teil des ganzen Treks, was das Gehen anbelangt.

Wir durchquerten hohe Büsche, welche die Träger erstmal zurecht schneiden mussten. So kamen wir doch eher langsam voran.

Wir waren erstaunt, als wir erfuhren, dass der Trek erst vor drei Tagen das letzte Mal begangen wurde. Trotzdem war schon alles wieder sehr zugewachsen. Der viele Regen und die Sonne lassen das Grün spriessen, dass der Mensch fast keine Chance mehr hat. So zogen sich viele, also alle, welche mit kurzen Hosen liefen, an den Beiden kleinere Schnittwunden zu. Aber neben all den Mückenstichen, machte das auch nicht mehr viel aus.

Als wir endlich unser Camp für die Nacht erreichten, freuten wir uns alles besonders auf den Fluss. Endlich wieder mal ein Hauch des Gefühls ein Mensch zu sein. Naja, so schlimm war es jetzt auch wieder nicht. Trotzdem fühlten wir uns nach dem Bad alles um einiges besser und freuten uns auf die Mahlzeit. Reis. Was auch sonst?

Nach dem Essen sassen wir alle gemütlich bei einem Lagerfeuer zusammen und tranken den restlichen Reiswein. Oder Schnaps. Plötzlich tauchten noch zwei kleinere Flaschen Whisky auf, welche sich auch irgendwie leerten. So hatte wohl keiner Mühe in den Hütten einzuschlafen. Eigentlich wollten wir ja in Hängematten schlafen, aber die Gefahr verregnet zu werden, war dann doch etwas zu gross. Die kleinen Misthäufchen der Mäuse, welche es sich zwischen den Decken in der Hütte bequem machten, versuchte ich so gut wie möglich zu ignorieren und schlief bald ein.

Tag 3

Reis! Es gab schon wieder Reis. Ich mag Reis. Aber das war dann doch ein bisschen zu viel Reis. Sechs Mahlzeiten hintereinander Reis sind gewöhnungsbedürftig..

Auf jeden Fall stand nur noch ein kurzer Fussmarsch von 90 Minuten auf dem Programm. Ein bisschen klettern war auch dabei, was das Ganze doch noch spannender machte. Am Fluss entlang ging es über Stock und Stein, bis wir den Platz erreichten, wo wir unsere Tubes in Empfang nehmen konnten. Zu unserer Überraschung hatten sich dort einige bewaffnete Männer zusammengefunden, welche uns interessiert beobachteten, wie wir unser wohlverdientes Zielbier tranken. Die Männer waren von der Shan-Armee, welche sich ab und zu Scharmützel mit der Armee von Myanmar liefern, obwohl ein mehr oder weniger stabiler Waffenstillstand herrscht. Neben uns im Wald wurde aber fröhlich auf Zielscheiben geballert. Sie hatten Freude an uns und wollten ein Gruppenbild machen. Wir konnten dann ja schlecht nein sagen, wenn ein Rebell mit einer Waffe nach einem Bild fragt.

Nach dem Bier und Bild, konnten wir uns auf unsere Ringe schwingen und uns den Fluss hinunter treiben lassen. Ganz entspannt und glücklich, dass es endlich geschafft war, sassen wir in/auf unseren Tubes. 

 

Zurück in der Zivilisation schenkte ich unserem Guide meinen treuen Rucksack. Ich denke er muss ihn wohl waschen, da er doch etwas durchgeschwitzt war. Trocknen kann bei dieser Luftfeuchtigkeit praktisch nichts. So warf ich auch meine Schuhe fort, da sie die Strapazen der letzten drei Tage nicht gut mitgemacht hatten.

Hier mussten sich Svea, Alex und ich uns von Angi verabschieden. Sie entschied sich noch eine Nacht länger in Hsipaw zu bleiben. Wir anderen machten uns auf den Weg nach Mandalay. Über die mühsame Busfahrt, die drei Stunden länger als geplant dauerte und eine meiner schlimmsten Busfahrten war, mag ich gar nicht schreiben. Auch darüber, dass sie uns vor Mandalay fast aus dem Bus gejagt haben und auf ein Sammel-Pickup-Taxi verwiesen haben, welches kaum vom Fleck kam und einen ganz komischen Driver hatte, mag ich nicht mehr zurück denken. Irgendwann (03:00Uhr) kamen wir doch noch im Hostel an.

Nach einer kurzen Nacht hiess es dann wieder Abschied nehmen. Alleine machte ich mich auf den Weg nach Laos.

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Kommentare: 2
  • #1

    Bruno Baviera (Sonntag, 23 September 2018 11:04)

    Endlich wieder aus dem Busch. Gut wachsen einem nach so viel Reis keine schmalen Augen.

  • #2

    Dominik Honegger (Mittwoch, 26 September 2018 20:51)

    Viel Abenteuer, viel Natur - gefällt mir. Die Gewehre wirken aber ziemlich harmlos, neben deinen Oberarmen.