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Tam Coc

Der Bus, welcher mich nach Tam Coc, eine kleine Ortschaft in der Nähe von Ninh Binh, bringen sollte, hätte mich um 07:30 Uhr abholen sollen. Hat er aber nicht. So hatte ich wenigstens Zeit mich mit der Dame an der Rezeption zu unterhalten. In Vietnam sei es normal, dass man mit 24 verheiratet sei und schon bald Kinder bekommt. Sie war erstaunt, weshalb ich alleine unterwegs war, da ich doch schon so alt sei. Sie ist 32 und hat schon zwei Kinder. Sie erzählte mir, dass das durchschnittliche Einkommen an der Rezeption ca. $260 beträgt. Nach einer Stunde warten wurde ich dann doch noch abgeholt und sie verabschiedete sich mit einer herzlichen Umarmung.

Der Typ, welcher mich abholte, hatte es zu Beginn sehr eilig. Plötzlich wollte er aber Pause machen und an der Strasse eine Art Pfeife rauchen. Ich solle doch kurz auf einem Plastikhocker warten. 5 Minuten später sassen wir auf seinem Roller und düsten durch die Stadt. Irgendwo stellte er den Roller ab und meinte, dass der Bus uns bald auflesen würde. Kam dann auch so. Ich hatte Glück und konnte mir in der hintersten Reihe einen Platz ergattern. Naja, der Bus war eigentlich fast leer. Dafür wurde gekühlt ohne Ende. Ich musste sogar meine langen Hosen auspacken, um keine Bronchitis davon zu tragen. Wenigstens konnte ich mich in Ruhe meinem neuen Buch 'Die Macht der Geographie: Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt' widmen (Danke Tim für den Tipp).

In Tam Coc angekommen checkte ich im 'Tam Coc Rice Fields Guesthouse' ein. Alles kleine Bungalows mit Aussicht auf die Reisfelder. Ich mag Reisfelder...

Im Internet hatte ich gelesen, dass eine kleine Bootstour unumgänglich für die Region sei. Man solle aber nicht die Tour in Tam Coc machen, da es hier viele Scams gäbe, sondern in Trang An. Gesagt getan. Mit einem gemieteten Roller, welcher nach 5 Minuten keinen Sprit mehr hatte (ich musste im Guesthouse anrufen, welches jemanden vorbei schickte), fuhr ich zu der Stelle wo die Boote ablegten. Natürlich wollte ich als erstes tanken, aber der Sprit reichte nicht mal soweit. Gehört wohl alles zum Reisen dazu.

Bei der Anlegestelle angekommen, setzte ich mich mit zwei Vietnamesinnen in ein kleines Ruderboot. Durch insgesamt neun Caves und drei Tempel ging die Tour. Eine der schönsten Landschaften, die ich in meinem Leben gesehen habe. Ich kann jedem empfehlen erst am späteren Nachmittag zu gehen. Ist angenehmer, da dann die Sonne nicht mehr direkt hinunter brennt und es blendet nichts. 

Die Tour dauerte fast drei Stunden - länger als gedacht. Auf meinem Plan stand eigentlich noch die Besteigung eines Berges (500 Stufen), um den Sonnenuntergang zu sehen. Ich war etwas knapp dran und rannte fast die Stufen hoch. Leider kam ich zu spät. Dennoch bot sich mir ein spektakuläres Panorama. Der Aufstieg hatte sich gelohnt. Trotzdem werde ich morgen keinen weiteren Versuch unternehmen den Sonnenuntergang zu sehen. Und ganz bestimmt nicht den Sonnenaufgang - das würde ein viel zu frühes Aufstehen bedeuten.

Zu Abendessen gab es Pho, die Nationalsuppe der Vietnamesen. Reisnudeln mit Fleisch. Sehr lecker.

Übrigens werde ich heute in 99 Tagen wieder in der Schweiz sein.

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Kommentare: 2
  • #1

    Bruno Baviera (Freitag, 05 Oktober 2018 17:01)

    Es stimmt schon, dass der Ort den Menschen prägt. Doch oft ist es gut, wenn die Gruppen durch ein unüberwindbares Gebirge oder Gewässer getrennt werden.
    Übrigens: Wasser scheint es wahrlich genug zu haben: Wo bleibt da die obligate Bierdose?

  • #2

    Bruno Baviera (Freitag, 05 Oktober 2018 17:04)

    Übrigens: Sonnenaufgänge gibt es doch ab und zu, so kann man auch mal ausschlafen.