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Grabstätten und die Zitadelle

Um neun Uhr fuhr ich mit dem Sohn des Mechanikers, welchem das Motorrad gehört, zu dessen Werkstatt. Dort wurde dann fleissig an 'Sophie' geschraubt. So habe ich meine neue Begleiterin getauft.

Wie vereinbart, wurden die Änderungen durchgeführt: Kleber entfernt, Sitzbezug, neuer Tankdeckel, Öl-Kontrolle, Reifen gepumpt, alles geputzt und kontrolliert. Muss ja schliesslich nur für ca. 1000km reichen. Mit Sophie konnte ich dann schon gleich einen ersten Ausflug machen und die Grabstätte von Dong Khanh besuchen.

Die Grabstätte des Khai Dinh (12. Kaiser der Nguyen-Dynastie) ist auf Terrassen verteilt. Die Steine sind verwittert und haben eine schwarze Farbe angenommen. Macht es aber sehr heiss dort. Nach 20 Minuten hat man dann auch schon alles gesehen was es da zu sehen gibt. Es hatte zum Glück nicht sehr viele Leute und ich konnte schnell alles anschauen. Ich hatte zuvor ein Kombi-Ticket gekauft, da ich noch die bekannte Zitadelle in Hue anschauen wollte. Im Kombi-Ticket war aber noch eine zweite Grabstätte dabei, die ich eigentlich nicht anschauen wollte. Aber da ich doch sehr schnell durch war, machte ich mich auf den Weg zur zweiten Grabstätte.

Die zweite Grabstätte, diejenige des Minh Mang (2. Kaiser der Nguyen-Dynastie), war schon etwas grösser und weitläufiger. Umso erstaunlicher, dass die ganze Grabstätte in nur drei Jahren erbaut wurde. Die Suche nach einem geeigneten Standort dauerte jedoch 14 Jahre. Minh Mang sah das Endergebnis nie, da er noch im ersten Jahr der Bauzeit verstarb. Sein Sohn baute das Denkmal jedoch fertig. Das Grabmal ist bekannt dafür, dass es sich in die Landschaft integriert. Ist auch schön anzuschauen. Hat mir viel besser gefallen, als das Grabmal von Khai Dinh.

Die Zitadelle ist das berühmteste 'Bauwerk' in Hue. Es war die Residenz der herrschenden Kaiser aus der Nguyen-Dynastie. Die beiden Kaiser, deren Grabmäler ich besucht hatte, stammten auch aus der Nguyen-Dynastie und lebten auf dem Geländer der Zitadelle. Der Kaiserpalast ist dem der Verbotenen Stadt in Peking nachempfunden und ist mittlerweile ein UNESCO Weltkulturerbe. Die Zitadelle, bzw. die Kaiserstadt, wurde von den Amerikanern im Vietnamkrieg fast vollständig zerstört. Nur einige Gebäude blieben stehen. Der Angriff erfolgte auf die nordvietnamesischen Truppen, die sich in die Zitadelle zurück gezogen hatten. Seit 2015 wird viel auf dem Gelände restauriert.

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Kommentare: 5
  • #1

    Bruno Baviera (Dienstag, 09 Oktober 2018 09:37)

    Schön, wenn einem die Söhne das Grabmal fertig stellen.Ja, ja, diese vielen Grabmäler, alles ist einmal zu Ende.
    Übrigens: Sophie, mindestens der Namen, gefällt mir gut und ich hoffe für dich, dass sie hällt, was sie verspricht und dir zumindest die beabsichtigten 1000 Kilometer treu bleibt. Dann wäre alles klar denn die Beziehung wurde ja nur für 1000 versprochen und nicht für ewig, bis sie, die Sophie, sich dann durch ihren Tod von dir scheiden würde.

  • #2

    Bruno Baviera (Dienstag, 09 Oktober 2018 09:40)

    Übrigens: Trotz schönem Grabmal ist der Tod ja doch oft etwas Trauriges. Nur bei gewissen Alphatieren ist man froh, wenn sie den Platz endlich frei geben.

  • #3

    Bruno Baviera (Dienstag, 09 Oktober 2018 09:47)

    Übrigens zum Zweiten: Mich erstaunt immer wieder, wie oft sich die Menschengruppen einen Herrscher kühren.

  • #4

    Bruno Baviera (Dienstag, 09 Oktober 2018 09:57)

    Übrigens zum Dritten: Lieber einen lausigen oder verrückten Herrscher über sich, als Selbstmachen, vor allem nach dem Selbstdenken und Verhandeln. Leider immer öfter so. Und lieber Fakes als Fakts. Jedem Tierchen sein Pläsierchen, es hält eben, bis es kracht.

  • #5

    Bruno Baviera (Dienstag, 09 Oktober 2018 10:02)

    Übrigens zum Letzten: Tempel, Götter und Kanonen ( Bild ), wie war das bei Grieche sucht Griechin: Geburtszangen und Atomkanonen? Brauchen wir dieses Kriegsgerät um unseren Göttern, den Waffenfabrikanten, zu gefallen?