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Tan An

Weiter nach Süden. Ich nähere mich meinem Ziel. Das Mekong Delta läge in Reichweite, aber ich wollte keine acht Stunden auf dem Motorrad verbringen. So entschied ich mich einen Zwischenstopp zu machen. In einem kleinen Örtchen namens Tan An. Um dorthin zu gelangen, musste ich noch auf eine Fähre. Für 3000 Dong (12 Rappen), konnte ich mit Sophie auf das Boot. Wir waren aber nicht die einzigen, die über den Fluss mussten. Ein Gedränge beim Warten, viele fragende Blicke wurden mir zugeworfen und dann konnte wir endlich auf die Fähre. Als wir anlandeten, ging das Rennen los. Jeder wollte der Erste sein und drängelte jeden freien Zentimeter nach vorn. Ich schlug mich nicht schlecht...

In einem kleinen Imbiss machte ich Halt, um mich zu stärken. Mit Händen und Füssen kommunizierend, erhielt ich eine Portion Reis mit Hühnchen. War echt gut. Und günstig. Ein bisschen mehr als einen Franken hab ich bezahlt. Und das erste mal hab ich die hier üblichen Sitten berücksichtigt und aus der gleichen Plastiktasse wie alle anderen Gästen getrunken. Das läuft wie folgt: ein grosser Behälter mit Wasser oder Tee steht in dem Lokal, einige Becher stehen bereit, man nimmt sich einen und taucht ihn in das Getränk und trinkt. Abgewaschen wird nicht. In der Schweiz wohl unvorstellbar. Hier Alltag. Bin auch schon genug lange hier, um am Alltag teilzunehmen...

Eine Stunde später erreichte ich meine Unterkunft für die Nacht. Der Besitzer, ein Mittfünfziger begrüsste mich herzlich. Nach einer Dusche, welche dringend nötig war, da meinem Körper viel Dreck von der Strasse anhaftete, genoss ich einige Zeit in der Hängematte im Garten des Homestays. Der Besitzer fragte mich, ob ich mit ihm zu Abendessen wollte. Da ich noch keine Pläne hatte, nahm ich das Angebot gerne an. Mit zwei Fahrrädern fuhren wir ins Dorf. Dort assen wir in einem BBQ-Restaurant Ziege auf einem Tischgrill. Dazu gab es Kokosnusswein. War eher Kokosnussschnaps. Sehr lecker. Er merkte schnell, dass ich noch nicht genug hatte und wir gingen ins nächste Lokal. Schweinefleisch mit Reisnudeln und Gemüse/Kräuter in Reispapier. Es war spannend einiges über ihn und seine Familie zu erfahren. So zum Beispiel, dass sein Bruder sechs Jahre in Kriegsgefangenschaft war und nun in den Staaten lebt.

Morgen werde ich dann endlich das Mekong Delta erreichen und zudem Jo, die Engländerin wieder treffen. 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Bruno Baviera (Dienstag, 16 Oktober 2018 17:37)

    Schön, dass du immer so feines Essen findest.
    Übrigens: Man kann mit der Zeit auch gegen einige Erreger immun werden.