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Phnom Penh

Mit leichten Kopfschmerzen ging es mit einem Grab Bike an den Flughafen. Der Flug dauerte nicht lange. Nach knapp 40 Minuten landete ich in Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha. Ich wusste, dass ich am Flughagen von Bekannten meines Vaters abgeholt werden würde. Am Flughafen wollte ich dann mein Visa on Arrival Formular ausfüllen. Plötzlich stand ein Uniformierter neben mir und fragte mich woher ich komme. Als ich erwiderte, dass ich aus der Schweiz sei, fragte er ob ich ein Freund von Mr. Hong sei. Nach dem bejahen, liess er mich das Formular unterschreiben und nahm mein Pass und sagte mir ich solle ihm folgen. Das tat dann auch ein leicht verwirrter Fabio. Mit meinem Pass und dem Antragsformular verschwand der Uniformierte in einem Büro. So hatte ich wenigsten kurz Zeit, um Dollars abzuheben. Nach 5 Minuten erschien der Mann wieder und händigte mir meinen Pass mit dem Visa aus. Ich bezahlte $30 und er winkte mich schon weiter. Vorbei an den Passkontrollen und Immigration, durch die Deklaration und ins Freie. Dort warteten Hong und Mirjam auf mich und hiessen mich herzlich willkommen. Der Uniformierte war ein Bekannter von ihnen und wollte ihnen einen Gefallen machen und hat mir bei einer reibungslosen Immigration geholfen. So schnell war wahrscheinlich noch keiner durch alle Stationen.

Mirjam und Hong fuhren mich durch die Stadt und zeigten mir unteranderem ihre Physiotherapiepraxis - die erste in Kambodscha. Die Physiotherapie war auch der Grund, weshalb Hong und mein Vater sich kennen. Hong war ein Student meines Vaters und zog vor 17 Jahren wieder in seine Heimat.

Von Phnom Penh war isch überrascht. Kambodscha gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Dennoch fahren hier viele schöne Autos herum. Viele Lexus, Range Rover, Mercedes, etc. Zudem habe ich heute drei Bentleys und einen Rolls Royce gesehen. 

Wir fuhren aus der Stadt und zu den Müllfeldern, wo viele Leute ihr Geld mit dem Sortieren und Wiederverkauf von Müll verdienen. Schon von weitem konnte man die Felder riechen. Hier zeigte sich die Armut von Kambodscha besser als in der Stadt mit den schönen Autos.

Von Mirjam und Hong erfuhr ich, dass sich die Stadt in den letzten Jahren massiv und schnell verändert hat. Es werde viel gebaut, aber nicht schön und qualitativ minderwertig. Noch vor Jahren sei die Stadt fast leer gewesen. Dies lag auch an dem Genozid, welcher die Pol-Pot-Regime an der Bevölkerung verübte. So wurden in dieser Zeit (1975-79) schätzungsweise bis zu 2 Millionen Menschen umgebracht. Häufig wird diese Art von Genozid in Kambodscha auch Autogenozid genannt, da es sich an die eigene Bevölkerung richtete. Die roten Khmer, welche von Pol Pot angeführt wurden, deportierten die fast ganze städtische Bevölkerung aufs Land. Viele starben dort auf den sogenannten Killing Fields. In den nächsten Tagen werde ich bestimmt mehr dazu schreiben können. Schrecklich zu was die Menschen fähig sind. Insbesondere was hier in Südostasien alles ablief, was uns in Europa teilweise nicht zu präsent ist. Wir sprechen eher über die Gräueltaten von unserem nördlichen Nachbarn. Diese liegen jedoch schon weiter in der Vergangenheit.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Bruno Baviera (Dienstag, 23 Oktober 2018 09:08)

    Gut sind uns diese Müllfelder erspart geblieben, ich meine das darinnen wühlen.
    Übrigens: Ich bin froh, dass du nun ein wenig von den Früchten der Bäume ernten kannst, der Bäume, die ich vor Jahren geplanzt habe. So soll es doch sein Jede Generation säht für die Kommende. Bäume wachsen langsam, das gilt es zu bedenken Heute ernten wir, was unsere Vorfahren gepflanzt und gehegt haben.