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Titikakasee

Leider war auch heute nichts mit Ausschlafen. Um 7:00 Uhr wurden wir im Hotel abgeholt, um an einer Tour auf dem Titikakasee teilzunehmen. Der Titikakasee ist der höchstgelegene schiffbare See auf der Welt. Er erstreckt sich über Teile von Peru und Bolivien. Wir blieben jedoch auf der peruanischen Seite. Zuerst fuhren wir mit einem Speedboat zu den Uros. Das sind Eingeborene, die auf Flossen auf dem See leben. Um die Flosse herzustellen, brauchen sie ca. einen Meter Schilfwurzel samt Erde. Die Blöcke sollen dann die Grundlage der schwimmenden Plattform bilden. Darüber kommen noch zwei Meter Schilfrohr. Da die Wurzeln noch leben, verwachsen sie mit den anderen Blöcken zu einer stabilen Plattform. Das Schilfrohr wir immer wieder erneuert, dennoch hat eine schwimmende Insel ‚nur‘ eine Lebensdauer von ca. 30-35 Jahren. Danach wird der Gestank des verrottenden Schilfs zu stark. Die Uros sind von den Steuern befreit, müssen aber dafür z.B. bei Beerdigungen in Puno eine Gebühr bezahlen. Heute leben sie hauptsächlich vom Tourismus. Alles wirkte ein bisschen aufgesetzt, trotzdem war es spannend zu sehen wie sie leben und von was sie sich ernähren (getrocknete Ente, Fisch (frisch und getrocknet), Froschsuppe, Schilf und Enteneier). Das Wetter war am Morgen sehr speziell; zuerst liefen alle mit Winterjacke und Mütze herum, dann wurde es sehr warm, dass viele Jacken und Mützen auszogen. Einige Minuten später kam der Hagel. 
Dann ging es auch schon weiter auf die Insel Taquile - diesmal eine echte Insel. Eine wunderschöne Insel, wo viel terrassiert wurde, um Anbaufläche zu schaffen. Bekannt ist die Insel für die strickenden Männer. Schon in jungen Jahren lernen sie diese Handwerkskunst und können sich durch gute Arbeit beweisen (auch beim Finden einer Partnerin).
Aufgefallen ist uns besonders, dass die Bewohner der Inseln (sowohl schwimmend wie fest) sehr klein sind. Allg. sind die Peruaner nicht sehr gross, aber die Bewohner des Titikakasee (was übrigens grauer Puma bedeuten soll) sind schom sehr klein. In der Tour inbegriffen war noch ein Mittagessen in einem lokalen Restaurant. Das Essen war sehr gut - Quinoa-Suppe, Brot, Forelle, Reis und Pommes. 
Die Tour hatte uns bisher am wenigsten gefallen, da vieles nicht sehr authentisch wirkte und überall noch ein Trinkgeld oder sonstige Almosen erwartet wurden. Zudem haben wir wenig gemacht. Hauptsächlich sind wir mit dem Boot gefahren und herumgelaufen. Dennoch waren einigen Dinge interessant. 
Morgen geht es dann weiter nach Puerto Maldonado, bzw. zuerst nach Cusco und dann mit dem Nachtbus nach Puerto Maldonado. Der Flug geht morgen Mittag. Sollte ja kein Problem sein, auch wenn der Flughafen eine Stunde entfernt ist. Nur gibt es heute und morgen Streiks und es fahren keine Taxis und der Colectivo fährt bereits um 6:00 Uhr. Wird wohl auch morgen nichts mit ausschlafen. 

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