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Amazonas

Tag 1: Willkommen im Dschungel

Pünktlich um 21:00 Uhr fuhr der Cruz del Sur in Cusco nach Puerto Maldonado los. Erfahrungsgemäss werden die Busse in der Nacht stark herunter gekühlt und wir zogen uns dementsprechend warm an. Schon bald schliefen wir beide ein. Gegen Mitternacht wurde ich jedoch von Lena geweckt, da sie sich nicht mehr so ganz wohl fühlte. War auch kein Wunder, da der Buschauffeur die 3500 Höhenmeter so schnell wie möglich hinter sich zu lassen versuchte. Wir wurden ganz schön hin und her geworfen. Ich sass am Gang und Lena musste zuerst an mir vorbei, um auf die Toilette zu gehen. So hatte ich wenigstens Zeit mein Buch fertig zu lesen. Flug7Angst von Sebastian Fitzek. Schon bald schlief ich aber weiter und erwachte erst wieder, als der Chauffeur die baldige Ankunft ankündigte. Lena konnte leider erst ab fünf Uhr schlafen (also insgesamt etwa zwei Stunden). In Puerto Maldonado war es schon um sieben Uhr früh angenehm warm - eine willkommene Abwechslung zu den bisherigen Tagen. 

An der Bushaltestelle wurden wir von unserem Tourveranstalter abgeholt. Wir hatten eine drei tägige Tour im Amazonas gebucht. Mit dem Boot ging es knapp 45 Minuten den Rio Madre in den  Dschungel hinab. Wir bezogen unsere Zimmer in der Lodge. Die Anlage der Lodge ist riesig und verfügt über mehrere Bungalows, Pool, Diningarea, etc. Die Managerin der Anlage ist zu Teilen Schweizerin, hat auch einige Jahre in Zürich gelebt, aber nun seit fast 20 Jahren in Peru. Dennoch freute sie sich sehr wieder Deutsch sprechen zu können. 

Wir hatten nur kurz Zeit, um uns einzurichten, da es schon bald mit einem Dschungelspaziergang weiterging. Unser Guide zeigte uns verschiedene Pflanzen und Tiere. Besonders eindrücklich war die ‚Chicken Tarantula‘. Eine riesige Spinne, die in einem Erdloch lebt. Mit einem Ast lockte der Guide die Spinne hervor und erzählte uns, dass die Spinnen gerne spielen und in dieser Hinsicht mit Katzen zu vergleichen seien. Trotzdem streichle ich lieber Katzen, als so ein achtbeiniges Ding. Wir durften dann auch mit ihr ‚spielen‘, in dem wir den Ast in den Bau hielten und die Spinne diesen dann versuchte ins Innere zu ziehen. Unglaublich was für Kräfte diese haarigen Dinger haben. 

Wir sahen auch noch kleine ‚Squirrel-Affen‘ und braune Kapuziner Affen. Wir hatten wohl Glück. 

Am Nachmittag fuhren wir mit dem Boot zur Monkey Island, wo wir wiederum viele Affen sehen sollten. Leider hatten wir jetzt Pech und wir bekamen keine zu Gesicht. Dafür gönnten wir uns in der Lodge eine Abkühlung im Pool, da es mittlerweile schon gegen die 30 Grad warm war und eine hohe Luftfeuchtigkeit herrschte. Der nächste Termin war dann um 18:15 Uhr. Da war es schon stockfinster. Wir begaben uns mit dem Boot auf Kaiman Suche. Wir sahen einige kleine Exemplare. Schwierig ein gutes Bild von ihnen zu machen. Zudem sahen wir ein Kapiwara - ein überdimensionales Meerschweinchen. Sehr süss das Ding und wirklich gross!

Morgen geht es dann (nach dem Frühstück um 4:30 Uhr zum Sandoval Lake, wo wir hoffentlich weitere Kaimane sehen und mit Glück Riesenotter. 

Tag 2: Sandoval Lake

Am Morgen früh um 4:30 Uhr gab es Frühstück und um 5:00 Uhr fuhren wir mit dem Boot los. Unser Ziel: Der Sandoval See. 
Zuerst mussten wir etwa eine Stunde zum See laufen. Dabei sahen wir ganz viele Papageie. Es war schön zu sehen wie der Dschungel langsam erwachte. Wir höhrten so viele Tiere. Wir kamen am Sandoval See an und stiegen in ein Ruderboot. Damit rudete unser Guide uns mit Hilfe von Fabio um den ganzen See herum. Es war wunderschön um 6:00 Uhr die friedliche Atmosphäre auf dem See mit all den Tieren zu bewundern. Wir hatten sehr viel Glück, denn wie sahen ganz viele Tiere. Zwei grosse Kaimane (einer tot der andere lebendig). Unser Guide erzählte uns, dass er letzte Woche einen Kaimanen gesehen hat, der einen grossen Angelhaken im Mund hatte und er vermute, dass es sich bim toten Kaimanen um diesen handelt. Das ist sehr traurig, denn das Fischen ist in disem Naturschutzgebiet strengstens verboten. Weiter sahen wir viele grosse und farbige Vögel, Fische und Riesenotter. Letztere seien laut unserem Guide nur selten zu sehen. Es gibt in diesem See sechs Stück davon und wir hatten das Glück von nahem den lustigen Tieren beim Fischen und Spielen zuzusehen. Wir machten bei einem Aussichtspunkt, der hoch oben auf einem Gerüst in dem Baumwipfeln liegt Pause und assen unser Lunchpacket, das uns die Lodge zubereitet und mitgegeben hatte. Darunter waren einheimische Früchte, die Fabio und ich noch nie gesehen haben. Die schmecken wirklich gut direkt aus dem Dschungel! 
Auch auf der Aussichtsplattform hatten wir Glück. Wir konnten dutzenden von Affen ganz nahe beim Klettern zuschauen. Insgesamt sahen wir heute drei verschiedene Affenarten. Die waren wirklich lustig und das Pech, das wir gestern auf Monkey Island hatten, war vergessen. Auch den Ottern konnten wir noch lange zuschauen auf der Plattform. Selbst unser Guide war erstaunt und meinte wir seien wohl ein Tiermagnet. Etwa eine Stunde später fuhren wir den Rest des Seeufers entlang. Zu dieser Zeit war es schon weniger angenehm. Die Sonne brannte auf uns herab und es war heiss. Zudem verzogen sich die Tiere auch langsam. Nach vier Stunden auf dem See waren wir dann froh wieder beim Anlegeplatz zu sein. Es war aber wunderschön und wir  hatten grosse Freude so viele Tiere zu sehen. Nach dem Rückweg gab es Mittagessen in der Lodge. Sie kochen hier sehr lecker mit vielen Früchten und Gemüse aus eigenem Anbau. Die lokalen Speisen sind köstlich. Wir hatten den ganzen Nachmittag frei, was uns gerade Recht kam, da der Tag für uns schon früh begonnen hat. Wir relaxten, badeten und lasen in unsere Hängematte mit akustischer Unterhaltung des angrenzenden Dschungels. Unglaublich die Vielfalt von Tiergeräuschen. Die Lodge hat übrigens einen grünen Papagei namens Polly. Polly spricht spanisch und ahmt das Lachen der Leute nach. Die ist wirklich unterhaltsam!

Am Abend ging es noch auf eine Dschungeltour bei Nacht. Dabei konnten wir viele Insekten und Taranteln sehen und auch zwei oder drei Affen. Wir sahen auch einen gefährlichen Skorpion. Wenn man Insekten und Spinnen nicht sonderlich mag, ist diese Tour nicht unbedingt zu empfehlen...
Danach gab es Abendessen in der Lodge. Was wir bisher noch nicht erwähnt haben, ist dass es hier nur vier Stunden am Tag Elektrizität gab. Von 17:30 Uhr bis 21:30 Uhr. Im Dunkeln möchte man allerdings das Licht im Bungalow nicht unbedingt anmachen wegen den ganzen Insekten. Das Häuschen hat nämlich keine Fensterscheiben, sondern nur Moskitonetze, die allerdings auch nicht alles fernhalten. Dafür hat es über dem Bett ein weiteres Moskitonetz, damit man wenigstens ruhig schlafen kann. Naja ruhig ist es ja nicht wirklich. Die Geräusche des Dschungels waren immer zu höhren. Mit Ohrstöpseln kann man aber einigermassen gut schlafen. Die Hitze ist in der Nacht auch nicht mehr so schlimm.

Tag 3:

Wieder früh aufstehen, heute hoffentlich das letzte Mal diese Ferien, um den Amazonas von oben zu bewundern. Auf der Anlage gibt es verschieden Aussichtsplattformen, die mit Hängebrücken verbundensind. Die Konstrukte sahen gefährlich instabil aus und bewegten sich für unseren Geschmack ein bisschen zu fest. Dennoch konnten wir in den frühen Morgenstunden den Regenwald auf der Höhe der Baumwipfel bewundern. Im Angebot hatten sie zudem eine Zipline, wo wir zwischen den Bäumen hindurch ‚fliegen‘ konnten. Schon da war es warm und schwül - wie man sich einen Regenwald halt vorstellt. 
Der Spass dauerte nicht lange und wir duschten, assen Frühstück und packten unsere Sachen. Dann mussten wir schon los. Mit einem weinenden Auge, aber auch froh der schwülen Hitze zu entkommen (ich weiss, noch vor wenigen Tagen meckerten wir über die Kälte), reisten wir mit dem Boot nach Puerto Maldonado zurück, wo uns ein Bus zum Flughafen brachte. Mit dem Flieger nach Lima, um da sechs Stunden auf den Flug in den Norden des Landes zu warten. Dort werden wir die letzten Tage in Peru etwas entspannter angehen - hoffen wir!
 

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